Wie kann ich meine eigenen Filme entwickeln?

Zur der analogen Fotografie gehört natürlich auch die Freude an der eigenen Entwicklung der Filmrollen. Das kannst du natürlich machen lassen, aber viele, die analog fotografieren, entwickeln ihre Filme selbst. Hinweis: Dies ist ein sehr fein abgestimmter Prozess.

Es gibt einen Unterschied bei der Entwicklung von Schwarz-Weiß-Filmen und Farbflmen (auch C-41 genannt). Die Entwicklung von Schwarz-Weiß-Filmen erfolgt in der Regel bei 20ºC, die C-41-Entwicklung erfolgt bei 38°C. Je höher die Temperatur, desto kürzer die Entwicklungszeit. Aber wo fängst du an? Und was benötigst du dazu alles? Wir haben schrittweise für dich zusammengestellt, wie die Entwicklung eines C-41-Farbfilms erfolgen kann.

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Was du benötigst

1. Natürlich einen belichteten Film!

2. Eine Dunkelkammer. Du hast keine Dunkelkammer? Dann kannst du auch einen lichtdichten Wechselsack benutzen. Möchtest du deine Negative lieber von anderen entwickeln lassen? Dann kannst du auch eine Dunkelkammer in deiner Umgebung nutzen, wie CAFU. Du kannst auch einen Kurs zur Entwicklung von Filmen und dem Ausdrucken von Fotos besuchen. Zudem kannst du deine Filme auch in der Dunkelkammer des Utrechter Fotofachlabors entwickeln lassen. 

3. In dieser kleinen Dunkelkammer kannst du den Film Spiralen laden und in den Entwicklungstank legen. Diese Spiralen erhält man oft mit dem Entwicklungstank, du kannst sie aber auch einzeln erwerben. Achte darauf, dass sie zum richtigen Filmtyp passen, bevor du den Film auf die Spirale setzt..

4. Bei der Entwicklung arbeitest du mit Chemikalien. Um diese Lösungen zu mischen, zurückgießen zu können und die richtige Temperatur zu erhalten, benötigst du einen Messbecher, Trichter und ein Thermometer .


5. Wenn du die Negative entwickelt hast und sie aus dem Entwicklungstank holst, sind sie nass. Es ist wichtig, das Wasser beispielsweise mit einer Abstreifzange aufzunehmen. So vermeidest du, dass beim Trocknen Flecken auf den Negativen entstehen. Mach dies auf keinen Fall mit deinen Händen oder einem Küchenschwamm. Dies führt zu starken Flecken und Schäden. Um deine Arbeitsumgebung trocken und sauber zu halten, ist es praktisch, immer auch ein Handtuch zur Hand zu haben.6. Damit deine Negative trocknen können, benutzt du eine Wäscheleine und Wäscheklammern.

7. Was auch nicht ganz unwichtig ist: die Chemikalien! Neben deinem Film sind dies die wichtigsten Zutaten. Zu Anfang kannst du dich für ein Set entscheiden. Das Set enthält alles, was du benötigst. Wenn du etwas Erfahrung gesammelt hast, kannst du dich entscheiden, auch komplexere Entwicklungsprozesse durchzuführen.

8. Welche Methode du auch nutzt, du benötigst immer Flaschen, um die chemischen Lösungen darin aufzubewahren. Wir raten dazu von herkömmlichen (Kunststoff-)Flaschen ab und empfehlen speziell für diesen Zweck geeignete Flaschen. Diese sind stabiler, vertragen höhere Temperaturen und sind auch für ätzende Flüssigkeiten geeignet. Da sie aus lichtdichtem, dunklem Kunststoff bestehen, halten sich die Lösungen darin länger. Beschrifte die Flaschen ordentlich. Es sollte nicht passieren können, dass du die Flaschen später vertauscht und eine falsche Lösung verwendest. Daher haben diese Flaschen Aufkleber, die beschriftet werden können.

Loslegen!

Schritt 1:

Nimm den Film in absoluter Dunkelheit aus der Rolle. Achte darauf, dass sich schon das Licht deines Handys auf dem Film auswirken kann.

Schritt 2:

Achte darauf, dass du einen Schraubenzieher und den Entwicklungstank zur Hand hast. Die Schere und den Öffner benötigst du nur bei einem 35mm-Film. 

Schritt 3:

Lege den Film im Dunklen auf eine Spule. Dies ist der schwierigste Teil der Arbeit. Versuche dies erst einige Male mit geschlossenen Augen.

Schritt 4:

Wenn du den Film auf eine Spule gedreht hast, steck ihn in den Entwicklungstank. Schraube den Deckel zu, damit kein Licht eindringen kann. Dann kannst du die die Lampe wieder einschalten.

Schritt 5 :

Jetzt musst du den Film noch mit einem Entwickler entwickeln. Spannend! Wie wird er werden? Es hilft, Informationen dafür online zu suchen. Du wirst viele Seiten über den Entwicklungsvorgang und den Entwickler finden. Suche auch nach Entwicklungstabellen.

Im Internet kursieren viele Entwicklungstabellen für jeden erdenklichen Filmtyp. Dabei kannst du angeben, womit du arbeitest: mit welchem Entwickler, Fixierer und Stoppbad. 

Schritt 6:

Vermische die Chemikalien. Dies kannst du auch schon in Schritt 1 tun - je nach Vorliebe; manche Fotografinnen oder Fotografen halten sich an diese Reihenfolge: mischen, bereitlegen, Film aufspulen, Spule in den Tank legen, schwenken. So oder so: die Chemikalien sind neben deinem Film die wichtigsten Zutaten..

Du kannst ein Set verwenden. Ein Set enthält alles, was du benötigst, ermöglicht gute Ergebnisse und ist günstig. Wenn du mehr Erfahrung gesammelt hast, kannst du auch komplexere Entwicklungsprozesse durchführen.

Hinweis: Es ist oft so, dass du den Fixierer und andere Chemikalien von der Marke nutzt, von der auch der Film ist. Wenn du mit einem Ilford, fotografierst, benutzt du auch die Chemikalien der Marke

Aber möglich ist vieles. Auf dieser praktischen Digital-Truth-Seite findest du alle wichtigen Informationen. Du kannst alle Chemikalien angeben und auch einstellen, welchen Film du benutzen möchtest. Du siehst dann ganz genau, wie lange die Entwicklung, Fixierung und weitere Abläufe dauern. Und in welcher Reihenfolge gehst du dann vor?
  • Entwickeln
  • Stoppbad
  • Fixieren
  • Spülen mit Wasser oder Tropfen eines Mittels wie ILFOTOL (du spülst die Überreste/Kristalle vom Film ab) 
Der Entwickler (oder der Farbentwickler für Diafilme) und der Fixierer bestehen aus zwei Komponenten, die miteinander in Wasser vermischt werden. Dazu benötigst du einen Messbecher. Diese Teile mischt du mit Wasser und hältst dich dabei an die Anweisungen aus dem Entwicklerset. Weitere Informationen findest du auf der Website  Lomography und Weerfotografie.nl. Oder du siehst dir den Entwicklungsfilm (von Ilford) auf YouTube an.

 

Schritt 7:

Wenn du das oben Genannte getan hast, hängst du den Film zum Trocknen an eine Wäscheleine. Achte darauf, die Wäscheklammer unten an der Rolle anzubringen, damit die Filmrolle durch das Gewicht gerade gezogen wird. Dann ist die Zeit, darauf zu warten, dass das Wunder geschieht. Wie wird das Ergebnis aussehen?

Schritt 8:

Wenn der Film trocken ist, kannst du die Fotos beschneiden oder scannen und digitalisieren. Auch dazu findest du weitere Informationen im Internet, in den Videos von Matt Day und Nick Carver. In unserem Tipps-Artikel liest du, welche Vorteile und Möglichkeiten das Scannen und Digitalisieren bietet.

 

Zum Fachmann

Natürlich kannst du deinen Film auch von einem Fachmann entwickeln lassen, beispielsweise in unseren Fotogeschäften. Auf dieser Internetseite findest du weitere Informationen über den Fotoservice von Kamera Express.

Der Analog-Fotograf und Kamera-Express-Verkaufsmitarbeiter Patrick Dreuning erzählt, dass er Schwarz-Weiß-Filme zu Hause entwickelt und Farbfilme lieber entwickeln lässt. Seine Gründe: “Die Farbfilmrolle muss bei konstanter Temperatur gehalten werden. Bei einem Schwarz-Weiß-Film kann die Temperatur zwischen 18 und 26 Grad schwanken. Dies ist oft die Standardtemperatur in Privaträumen und daher etwas einfacher zu gewährleisten.”

Für Sonderformate und belichtete Transportlöcher bist du bei Lomolab an der richtigen Adresse.


Caffenol-Technik

Eine andere Technik ist die Caffenol-Technik: Dies ist eine niedrigschwellige Art, Schwarz-Weiß-Filme mit den Mitteln aus Haushalt, Küche und Garten zu entwickeln. 


Bleib dran

Insgesamt gibt es noch viel im Feld der (Eigen-)Entwicklung zu entdecken. Wenn du dich weiter damit befassen möchtest, kannst du im Internet sehr viele Informationen finden. Es gibt nicht nur auf der Internetseite von Photo-Utopia, sondern auch auf dieser Website über Kleinbildfotografie ein umfangreiches Informationsangebot.

Es kann auch sehr hilfreich sein, eine Fotografin oder einen Fotofachmann einen Tag lang zu begleiten. So haben Fotografen schon immer ihr Fach gelernt. Sie haben sich in die Praxis begeben und Meisterinnen und Meistern über die Schulter geschaut.

Bei welchem Profi möchtest du einmal in den Kochtopf schauen?

Sieh dir zur Inspiration unsere Seite Who to follow und das Interview mit Jawad Maakor an. Diese Bildkünstler wissen, was Entwicklung beinhaltet.

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